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Wohngebäudeversicherung wird teurer – wechseln oder Vertrag behalten?

Steigende Beiträge bei der Wohngebäudeversicherung beschäftigen viele Hauseigentümer. Der erste Gedanke liegt nahe: Versicherer ver­gleichen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Das kann sinnvoll sein. Ein niedrigerer Beitrag allein sagt aber noch nicht, ob ein Wechsel tatsächlich die bessere Entscheidung ist.

Denn bevor ein bestehender Vertrag aufgegeben wird, sollte geklärt werden, welcher Versicherungsschutz vorhanden ist, ob der Vertrag noch zum Gebäude passt und welche Leistung eine günstigere Alternative tatsächlich bietet.

Ein sinnvoller Vergleich beginnt deshalb nicht beim Preis, sondern beim bestehenden Vertrag.

Warum werden Wohngebäudeversicherungen teurer?

Die Kosten für Reparatur, Wiederherstellung und Instandhaltung von Gebäuden sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das wirkt sich auch auf die Wohngebäudeversicherung aus.

Hinzu kommt, dass sich Schadenaufwendungen und Naturgefahren auf die Kalkulation der Versicherer auswirken können. Je nach Vertrag können außerdem vereinbarte Anpassungsmechanismen eine Rolle bei der Beitragsentwicklung spielen.

Eine allgemeine Marktentwicklung beantwortet aber noch nicht die entscheidende Frage:

Ist gerade Ihr bestehender Vertrag zu teuer – oder bietet er trotz des höheren Beitrags weiterhin einen guten Versicherungsschutz?

Dafür muss der Vertrag selbst betrachtet werden.

Sollte ich wegen einer Beitragserhöhung die Wohngebäudeversicherung wechseln?

Nicht automatisch.

Eine Beitragserhöhung ist ein guter Anlass, den bestehenden Vertrag zu prüfen und mit aktuellen Möglichkeiten zu ver­gleichen. Ein Wechsel ist aber erst dann sinnvoll beurteilt, wenn feststeht, welcher Schutz aufgegeben wird und was die Alternative dafür bietet.

Dabei können grundsätzlich drei Ergebnisse herauskommen:

Behalten:
Der bestehende Vertrag bietet weiterhin einen überzeugenden Versicherungsschutz und eine Alternative bringt keinen ausreichend relevanten Vorteil.

Optimieren:
Der bestehende Schutz weist Anpassungsbedarf auf und lässt sich sinnvoll ergänzen oder verändern.

Wechseln:
Eine Alternative bietet bei vergleichbarem Schutz einen deutlichen Preisvorteil oder bei ähnlichem Beitrag einen erkennbar besseren Versicherungsschutz.

Ein guter Versicherungsvergleich kann auch mit der Empfehlung enden, nichts zu ändern.

Was sollte vor einem Wechsel geprüft werden?

Bevor Beiträge miteinander verglichen werden, lohnt sich ein Blick auf den bestehenden Vertrag.

1. Passen Police und Gebäude noch zusammen?

Wohngebäudeversicherungen bestehen häufig viele Jahre. In dieser Zeit kann sich am Gebäude einiges verändern.

An- oder Umbauten, eine Photovoltaik- oder Solaranlage, eine Wärmepumpe, ein Pool oder andere wesentliche Veränderungen können ein Anlass sein, die Angaben im Vertrag erneut zu prüfen.

Auch unabhängig davon sollte geklärt werden, ob die bekannten Gebäudedaten und die vereinbarte Wertermittlung noch zur heutigen Situation passen.

Gibt es hier Unklarheiten oder Abweichungen, sollten diese zunächst gemeinsam geklärt werden – bevor aus ihnen versicherungsrelevante Schlussfolgerungen gezogen werden.

2. Welche Gefahren sind tatsächlich versichert?

Ein Blick auf den Beitrag reicht nicht. Zunächst sollte geklärt werden, welche Gefahren der bestehende Vertrag überhaupt einschließt.

Dazu können beispielsweise Brand, Blitzschlag und Explosion, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel gehören.

Auch der Schutz gegen weitere Naturgefahren sollte gesondert betrachtet werden.

Gerade bei älteren Verträgen kann deshalb die Frage wichtig sein:

Was ist tatsächlich vereinbart – und nicht nur, wie die Versicherung heißt?

Elementarschutz: nicht nur eine Frage von Hochwasser am Fluss

Bei Elementarschutz denken viele Hauseigentümer zuerst an Hochwasser.

Das greift zu kurz.

Zur Elementardeckung können verschiedene weitere Naturgefahren gehören, etwa Überschwemmung und Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen.

Gerade Starkregen ist ein gutes Beispiel dafür, warum die Entfernung zu einem Fluss allein keine ausreichende Risikoeinschätzung ermöglicht. Auch außerhalb klassischer Hochwasserlagen können Überschwemmungsschäden entstehen.

Fehlt Elementarschutz im bestehenden Vertrag, sollte deshalb nicht nur gefragt werden:

„Wohne ich in einem Hochwassergebiet?“

Sondern:

„Welche Naturgefahren sind für mein Gebäude relevant und welcher Schutz ist tatsächlich vereinbart?“

3. Gleiche Gefahren bedeuten nicht automatisch gleichen Versicherungsschutz

Zwei Wohngebäudeversicherungen können auf den ersten Blick dieselben Gefahren ver­sichern und sich trotzdem in wichtigen Details unterscheiden.

Beispiele dafür können sein:

Ableitungsrohre
Der Umfang des Versicherungsschutzes kann sich je nach Bedingungswerk unterscheiden.

Aufräumungs- und Abbruchkosten
Auch hier können unterschiedliche Entschädigungsgrenzen vereinbart sein.

Bewegungs- und Schutzkosten
Nicht nur das Vorhandensein einer Leistung, sondern auch deren Höhe kann relevant sein.

Auch bei weiteren Leistungen können sich Bedingungen und Entschädigungsgrenzen unterscheiden.

Deshalb sollte ein Preisvergleich immer die Frage beantworten:

Ist der Versicherungsschutz tatsächlich vergleichbar?

 

4. Ist ein alter Vertrag automatisch schlechter?

Nein.

Das Alter eines Bedingungswerks ist ein guter Anlass, genauer hinzusehen – aber kein Qualitätsurteil.

Ein älterer Vertrag kann Leistungsunterschiede gegenüber heutigen Angeboten aufweisen. Er kann aber auch Eigenschaften haben, die einen Wechsel gerade nicht sinnvoll erscheinen lassen.

Deshalb sollte ein älteres Bedingungswerk nicht allein deshalb ersetzt werden, weil inzwischen neuere Tarife existieren.

Entscheidend ist der konkrete Vergleich.

5. Welche Rolle spielen Vorschäden?

Die bisherige Schadenhistorie sollte vor einem Versichererwechsel berücksichtigt werden.

Bei einem Neuabschluss können Vorschäden für die Annahme und die angebotenen Konditionen relevant sein.

Das bedeutet nicht, dass ein Vergleich bei Vorschäden grundsätzlich keinen Sinn ergibt. Die Erwartung sollte aber realistisch bleiben: Ein günstigerer Neuvertrag ist bei einer relevanten Schadenhistorie nicht selbstverständlich.

Deshalb sollte ein bestehender Vertrag nicht vorschnell gekündigt werden, bevor geklärt ist, ob und zu welchen Bedingungen eine geeignete Alternative tatsächlich verfügbar ist.

Wann spricht eher für einen Wechsel?

Eine starre Prozentgrenze gibt es dafür nicht.

Ein Wechsel kann beispielsweise interessant sein, wenn eine Alternative bei vergleichbarem Versicherungsschutz deutlich günstiger ist.

Ebenso kann ein Wechsel sinnvoll sein, wenn bei einem ähnlichen Beitrag ein erkennbar besserer Versicherungsschutz angeboten wird.

Besonders interessant ist natürlich eine Lösung, die beides verbindet:

besserer Schutz und ein günstigerer Beitrag.

Aber auch dann sollte geprüft werden, ob der Vergleich tatsächlich auf einer vergleichbaren Grundlage erfolgt.

Wann kann es sinnvoll sein, den bestehenden Vertrag zu behalten?

Ein bestehender Vertrag kann sinnvoll bleiben, wenn er weiterhin einen überzeugenden Versicherungsschutz bietet und der mögliche Preisvorteil einer Alternative nur gering ist.

Auch eine gute Schadenhistorie oder andere vertragliche Rahmenbedingungen können in die Abwägung einfließen.

Das Ziel sollte deshalb nicht sein, um jeden Preis einen neuen Versicherer zu finden.

Das Ziel sollte sein, eine nachvollziehbare Entscheidung zu treffen.

Beitrag ver­gleichen – aber nicht Versicherungsschutz herausver­gleichen

Ein günstigerer Beitrag ist nur dann aussagekräftig, wenn der zugrunde liegende Versicherungsschutz sinnvoll vergleichbar ist.

Wer beispielsweise einen Tarif ohne gewünschten Elementarschutz, mit deutlich niedrigeren Leistungsgrenzen oder mit schwächerem Bedingungsumfang mit einem bestehenden Vertrag vergleicht, vergleicht nicht nur Preise.

Er vergleicht unterschiedliche Leistungen.

Deshalb gilt: Erst Leistung verstehen. Dann Preis ver­gleichen.

Mehr zur Wohngebäudeversicherung und unserer Prüf- und Beratungslogik:

Wohngebäudeversicherung – Beratung und Vergleich

Wohngebäudeversicherung prüfen lassen

Wenn Ihre Wohngebäudeversicherung deutlich teurer geworden ist, muss die richtige Antwort nicht automatisch „wechseln“ lauten.

Küppers Assekuranz Ver­sicherungs­makler e.K. betrachtet zunächst den bestehenden Versicherungsschutz, die bekannten Gebäudedaten und die relevanten Vertragsbedingungen. Anschließend kann geprüft werden, welche Alternativen tatsächlich bestehen und ob ein Wechsel einen ausreichenden Vorteil bietet.

Das Ergebnis kann deshalb lauten:

behalten, optimieren oder wechseln.

Sie möchten wissen, ob sich ein Wechsel wirklich lohnt?

Im Kennenlern-Telefonat klären wir zunächst Ihre Situation und besprechen, welche Unterlagen und Informationen für eine sinnvolle weitere Prüfung benötigt werden.

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