In den vergangenen Jahren kannten die Beiträge in der Kfz-Versicherung vielerorts vor allem eine Richtung: nach oben. Hohe Schadenkosten und stark gestiegene Preise für Ersatzteile und Reparaturen hatten die Branche erheblich unter Druck gesetzt.
Zur Wechselsaison 2026/27 ist das Bild differenzierter.
Nach mehreren verlustreichen Jahren hat sich die wirtschaftliche Situation der Kfz-Versicherer verbessert. Gleichzeitig bleiben Reparaturen teuer und die Beitragsentwicklung hängt stärker denn je vom konkreten Risiko und vom jeweiligen Vertrag ab.
Das bedeutet: Eine allgemeine Prognose, um wie viel die Kfz-Versicherung „dieses Jahr“ teurer wird, hilft dem einzelnen Kunden nur begrenzt.
Entscheidend ist die eigene Beitragsrechnung.
Hat sich der Beitrag verändert, lohnt sich deshalb ein genauer Blick darauf, warum er sich verändert hat – und ob Versicherungsschutz, Vertragsgestaltung und Beitrag weiterhin zusammenpassen.
Die starken Beitragsanpassungen der vergangenen Jahre hatten einen nachvollziehbaren Hintergrund.
In den Jahren 2023 und 2024 summierten sich die Verluste der Kfz-Versicherer branchenweit auf rund fünf Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen insbesondere die Kosten für Ersatzteile und Werkstattleistungen deutlich.
Diese Entwicklung führte zu erheblichen Beitragsanpassungen. 2025 verbesserte sich die wirtschaftliche Situation der Kfz-Sparte wieder deutlich.
Damit ist der Kostendruck allerdings nicht verschwunden. Ersatzteile, Werkstattleistungen und die zunehmende technische Komplexität moderner Fahrzeuge sorgen weiterhin dafür, dass Schäden teuer bleiben.
Für die Wechselsaison 2026/27 folgt daraus jedoch gerade keine einheitliche Aussage für alle Versicherten.
Die Entwicklung des eigenen Beitrags muss individuell betrachtet werden.
Dein Kfz-Beitrag hängt nicht von einem einzelnen Faktor ab. Verschiedene Merkmale wirken zusammen – und Versicherer können diese in ihrer Tarifkalkulation unterschiedlich gewichten.
Der GDV berechnet jedes Jahr neue Regional- und Typklassen.
Regionalklassen spiegeln die Schadenbilanz des jeweiligen Zulassungsbezirks wider.
Typklassen beruhen auf der Schaden- und Kostenentwicklung des jeweiligen Fahrzeugmodells.
Beide können sich auf Deinen Versicherungsbeitrag auswirken. Wichtig ist aber:
Aus einer veränderten Typ- oder Regionalklasse allein lässt sich nicht ableiten, wie sich Dein Gesamtbeitrag entwickelt.
Dafür spielen weitere Faktoren eine Rolle.
Auch Deine Schadenfreiheitsklasse kann Einfluss auf den Beitrag haben. Sie bildet die Schaden- und Fahrerfahrung über die Vertragsjahre ab.
Wie sich schadenfreie Jahre oder ein regulierter Schaden konkret auf Deinen Beitrag auswirken, richtet sich nach dem jeweiligen Vertrag und dem Schadenfreiheits- und Rückstufungssystem des Versicherers.
Wenn du im letzten Jahr unfallfrei gefahren bist, verbessert sich deine Schadenfreiheitsklasse und dein Beitrag könnte sinken.Nach einem Unfall wirst du jedoch zurückgestuft, was in der Regel zu höheren Beiträgen führt.
Tipp:
Viele Versicherer bieten grundsätzlich die Möglichkeit, einen Schaden „zurückzukaufen“ und so eine Rückstufung deiner Schadenfreiheitsklasse zu vermeiden. Informiere dich über deine Optionen und prüfe, ob sich ein Rückkauf in deinem Fall lohnt.
Hinzu kommen individuelle Merkmale, die der Versicherer bei der Beitragsberechnung berücksichtigt.
Dazu können zum Beispiel gehören:
Ändert sich Deine persönliche Situation, kann sich deshalb auch der Beitrag verändern – selbst wenn Typ- und Regionalklasse gleich bleiben.
Schließlich kalkuliert jeder Versicherer seine Tarife auf Grundlage der eigenen Schaden- und Kostenentwicklung sowie seiner jeweiligen Tarifstruktur.
Deshalb kann sich ein Beitrag auch verändern, ohne dass sich bei Dir persönlich etwas geändert hat.
Und genau deshalb gilt: Eine Beitragserhöhung sollte immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden – nicht anhand eines einzelnen Merkmals.
Nein. Eine Beitragserhöhung ist zunächst einmal ein Anlass, den Vertrag zu prüfen – nicht automatisch ein Grund für einen Wechsel.
Entscheidend ist, was sich verändert hat und ob Beitrag, Versicherungsschutz und Vertragsgestaltung weiterhin zu Deiner Situation passen.
Dabei sind drei Ergebnisse möglich:
Der Beitrag hat sich verändert, der bestehende Vertrag passt aber weiterhin zu Deinen Anforderungen. Dann kann es sinnvoll sein, nichts zu ändern.
Der Vertrag passt grundsätzlich, einzelne Punkte der Vertragsgestaltung lassen sich aber möglicherweise sinnvoll anpassen.
Wenn eine andere Lösung nach der Prüfung besser zu Deiner Situation und Deinen Prioritäten passt, kann ein Wechsel sinnvoll sein.
Wichtig ist deshalb nicht die Frage:
„Ist irgendwo ein günstigerer Beitrag zu finden?“
Sondern:
„Ist mein bestehender Vertrag unter Berücksichtigung von Beitrag und Versicherungsschutz weiterhin die richtige Lösung?“
Nach den starken Beitragsanpassungen der vergangenen Jahre hat sich die wirtschaftliche Situation der Kfz-Versicherer inzwischen verbessert.
Das bedeutet aber nicht, dass die Beiträge nun automatisch stabil bleiben oder überall gleich reagieren.
Denn ein wesentlicher Kostentreiber bleibt bestehen: Reparaturen sind weiterhin teuer. Ersatzteile und Werkstattleistungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich stärker verteuert als die allgemeine Inflation. Hinzu kommt, dass moderne Fahrzeugtechnik Reparaturen aufwendiger machen kann.
Für die Wechselsaison 2026/27 ist deshalb vor allem eines wichtig:
Die allgemeine Marktlage sagt noch nicht, was mit Deinem persönlichen Beitrag passiert.
Je nach Versicherer, Tarif, Fahrzeug und individuellen Risikomerkmalen kann sich die Beitragsentwicklung unterscheiden.
Wenn Deine neue Beitragsrechnung kommt, solltest Du deshalb nicht nur auf die prozentuale Veränderung schauen.
Prüfe stattdessen:
Erst danach stellt sich die Frage, ob Du den Vertrag behalten, optimieren oder wechseln solltest.
Jede neue Beitragsrechnung, die uns in Kopie erreicht, schauen wir uns an.
Dabei prüfen wir zunächst, ob uns etwas auffällt. Das kann zum Beispiel eine Veränderung sein, von der wir wissen, die in der Beitragsrechnung aber offenbar noch nicht berücksichtigt wurde.
Auch wenn der neue Zahlbeitrag ohne einen für Dich oder uns offensichtlichen Grund spürbar gestiegen ist, schauen wir genauer hin.
Dann werden wir proaktiv und prüfen, ob es Handlungsbedarf gibt.
Dabei kann das Ergebnis genauso gut lauten:
Behalten. Optimieren. Wechseln.
Nicht jede Beitragsveränderung erfordert also automatisch einen neuen Vertrag.
So genau wir Deine Verträge kennen: Nicht jede Veränderung in Deinem Alltag können wir wissen.
Hat sich zum Beispiel Deine jährliche Fahrleistung verändert? Gibt es einen anderen Nutzerkreis? Steht das Fahrzeug inzwischen anders als bisher? Oder haben sich andere Angaben geändert, die für Deinen Vertrag relevant sein können?
Dann sag uns bitte Bescheid.
Je aktueller unsere Informationen sind, desto besser können wir Deinen Vertrag beurteilen.
Dann melde Dich bitte bei uns.
In einigen Fällen erhalten wir die neue Beitragsrechnung nicht in Kopie. Dann können wir natürlich auch nicht erkennen, dass sich etwas verändert hat.
Wenn Deine Rechnung bereits da ist, der Beitrag Dir ungewöhnlich hoch vorkommt und Du noch nichts von uns gehört hast, schick uns die Rechnung bitte zu.
Wir können nur prüfen, was wir kennen.
Es gibt Verträge, bei denen eine sinnvolle Tarifoptimierung schwierig ist – zum Beispiel nach vielen Schäden oder bei einer sehr hohen Schadenquote.
Auch hier schauen wir uns die Situation an. Wir können aber nicht versprechen, dass sich immer eine bessere oder günstigere Lösung finden lässt.
Manchmal ist nach der Prüfung auch die Erkenntnis richtig:
Der bestehende Vertrag bleibt trotz des höheren Beitrags die sinnvollste Lösung.
Deshalb schauen wir genau hin: Passt der bestehende Vertrag weiterhin zu Deiner Situation, gibt es etwas zu optimieren oder ist ein Wechsel sinnvoll?
Nicht der niedrigste Beitrag entscheidet – sondern das Gesamtbild aus Beitrag, Versicherungsschutz und Deiner persönlichen Situation.
Mehr zur Kfz-Versicherung bei Küppers Assekuranz Versicherungsmakler e.K. findest Du auf unserer Seite Kfz-Versicherung in Düsseldorf.